Ladies start your engines

Posted by on Mai 26, 2014 in Design, Lifestyle, Travel

Der neue Jaguar F-Type Coupé R lässt den Geist des legendären E-Types wieder aufleben

16.00 Uhr Bilster Berg Drive Resort, das Wetter passt optimal zu einem britischen Sportwagen. Niesel,Nebel in the middle of nowhere,. Das kann ja heiter werden dachte ich mir, als ich auf der hochmodernen Rennstrecke mit meinem Kollegen Peter Atkins eintraf.

Papier ist ja bekanntlich geduldig aber angesichts der beindruckenden Leistungsangaben spürte ich mehr und mehr einen erhöhten Pulsschlag je näher es auf die kurz bevorstehende Testfahrt zuging. Es war soweit. Da stand er nun, der bullige Brite mit dem bösen Xenon-Blick, 680 Nm Drehmoment 5,0-Liter-Vierventiler, der bei 6500 Touren 550 PS auf die Kurbelwelle hämmert.  Rennstrecke wir kommen.

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Mit britischer Eleganz fährt der bündig in die Aluminium- Karosserie eingelassene Griff aus der Tür und ebnet den Weg ins Cockpit, welches dank des großen Panoramadachs an den Stuttgarter Kollegen Targa erinnert. Das Raumgefühl ist perfekt und alle Bedienelemente scheinen am richtigen Platz zu sein. Edle Verarbeitung, Aluminium Armaturen,feinst geledertes Interieur, so wie es halt sein muss. Sobald man den Startknopf drückt, alles Nebensache. Das Radio stellen wir vorsorglich stumm, die Auspuffklappen auf Sturm. Danach geht der Zeigefinger direkt auf den kupferfarbenen Start-Button.  Tief bassernd grüßt uns das Triebwerk . Die Nadeln von Drehzahlmesser und Tacho schnellen kurz in die Höhe und der Jaguar legt sich leise röchelt in Lauerstellung. Mühelos und intuitiv gelange ich am Touchscreen zur Kalibrierung des Setups. Erstmal Alles auf dynamisch und in der dritten Steigerungsstufe bin ich nun im Modus „Race“.

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Ein leichtes Tippen am Gaspedal und die Raubkatze brüllt mir herrlich ins Ohr und spätestens jetzt wird mir klar, dass es sich bei diesem Exemplar um eine waffenscheinpflichtige Spezie handelt. Erstmahl sachte aus der Boxengasse und die Reifen auf Temperatur bringen.  Raus mit dem ESP und meinem respektloser Umgang mit dem Gaspedal folgt ein ebenso respektloser Heckschwenk. Ohne großes Wanken nimmt der F-Type selbst enge Kurven. Auch ein Verdienst der Torsionssteifigkeit. Beim Gas wegnehmen werden die Abgase mit einem sprotzelnden Rückschlag entlassen, welcher ohne zu übertreiben an die Formel 1 erinnert. Gewiss, mancher mag das prollig finden, jedoch bin ich in diesem speziellen Fall von Herzen einer jener von welchen. Vergeblich suche ich einen Bremsfallschirm doch dank der Carbon-Keramik Bremse lässt sich der mittlerweile auf 280 katapultierte F-Coupé R doch sehr sauber vor der nächsten S-Kurve ohne Probleme abbremsen und stabil durchlenken. Man muss schon sagen , dass man im Jaguar-Entwicklungszentrum Gaydon alle Register gezogen hat, um der deutschen Ikone Paroli bieten zu können. Genug warm gemacht. Auf der kurvigen Rennstrercke muss das F-Type R Coupé beweisen, was Jaguar uns versprochen hat: Fahrspaß pur – auch für den ungeübten Racer.

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Die Fingerkuppen liegen an den Schaltpaddel an und wir daddeln uns von Kurve zu Kurve. Der JAG krallt sich in den Asphalt, wedelt ohne zu wanken durch den anspruchsvollen Rennkurs.

Ein durchgehender Alu-Träger von A bis D-Säule macht das Coupé deutlich steifer als das Cabrio, was vor allem bei der Kurvenhatz spürbar wird. Erstaunlich, wie leicht der F-Type zu handeln ist. Obwohl der Jag mit seinen 1.665 Kilogramm im Vergleich zu anderen Sport-Kollegen ein paar Kilos zu viel auf den Rippen hat, neigt er nicht zum Untersteuern. Wie auf Schienen schlägt er den vorgegebenen Pfad ein. Die R-Variante profitiert dabei von der Torque-Vectoring-Technologie, welche die inneren Räder in Biegungen ausbremst, sowie von der aktiven Hinterachsdifferenzialsperre.

Fazit: Beauty and Beast treffen bei diesem Raubtier gekonnt aufeinander.
Sportliche Designelemente wie der ausfahrbare Heckspoiler, bündig versenkbare Türgriffe und Ledersportsitze bieten neben der neu entwickelten Hochleistungsbremsanlage,  der adaptiven Dämpfung, 8-Gang Quickshift-Automatikgetriebe und dem mechanischen Sperrdifferenzial ein optimales Fahrvergnügen. Für den verbesserten Sound sorgt die aktive Sport-Abgasanlage mit Klappensteuerung, die per Knopfdruck gesteuert werden kann. Im äußerst übersichtlichen Cockpit fühlt man sich als Fahrer im Zentrum der Macht, Mittelkonsole und Touchdisplay sind leicht zu einem geneigt, was zusätzlich die Ergonomie fördert.

Nur unter Androhung von ernsthaften Konsequenzen erkläre ich mich bereit die Rennstrecke wieder zu verlasen, auch um nicht Gefahr zu laufen das Mittagessen meines geschätzten Kollegen Atkins in der Mittelkonsole wieder zu finden. Ich bedanke mich an dieser Stelle bei Jaguar Deutschland für diese unvergesslichen Momente und ein gelungenes Event.

Jaguar hat mit diesem Exemplar ganz klar den Faktor „Haben will“ erreicht.

 

Red: Dipl.-Ing. R.Rotstein