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Es ist ein Blickfang: ein ausgebranntes Auto mitten auf der Maximilianstraße, ein Wrack vor den Nobel-Boutiquen. Die Installation nennt sich “Transport a Smell of Revolution” und stammt vom Münchner Künstler Christian Schnurer. Nun steht das Auto, das ursprünglich aus Tunesien kommt, von 5. – 29. August in der Maximilianstraße 20. Es war das Privatauto eines Polizisten, das am Rande des Präsidenten-Sturzesangezündet wurde. Jetzt gilt es als Symbol der Auseinandersetzungen.

Das Werk gehört zum Projekt Erkundungen, das Kunst im öffentilchen Raum bietet.Es konfrontiert die Öffentlichkeit unmittelbar mit einer Realität, die sie nur aus den Nachrichten kennt und somit wirkt das Kunstwerk auf der Flaniermeile deplatziert.
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Angefangen im Januar 2011, als tunesische Jugendliche mit ihrem Protest ihre Unzufriedenheit mit dem herrschenden System zeigten. Allerdings waren viele Proteste nicht gewaltfrei, darurch prägten Straßenschlachten die politischen Umwälzungen. Das brennende Auto wurde zum Symbol für diese Auseinandersetzungen.
Nach dem Sturz von Ben Ali wurde das Auto des jungen Polizisten von einer wütenden Menschenmenge angezündet. Christian Schnurer dokumentierte mit Ton- und Filmaufnahmen, wie der junge Mann damit und mit seiner Verantwortung als Repräsentant des Staates umgeht. Zudem erstreckt sich die Dokumentation auf den Transport des Fahrzeugs über Tunis, Genua, Mailand und St. Moritz nach München und schildert die Reaktionen – auch von Behörden.
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Christian Schnurer machte sein Diplom an der Akademie der Bildenen Künste im Jahr 2000. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter den bayerischen Staatsförderpreis 2010. In seinen Arbeiten beschäftigt er sich vor allem mit dne Grenzbereichen der Bildhauerei, Eingriffen in den öffentlichen Raum und Interventionen mit sozialem und politischem Hintergrund. “Transport a Smell of Revolution” ist ein Beispiel für seine internationalen Kunstprojekte, in denen er die Realität in Mitteleuropa und den Nachbarländern erkundet und das vorherrschende Weltbild kritisch hinterfragt.
Red. Lucia Gistl